Güllewaggis Fasnacht 2026
Sujet: Sygs wies well -
Mr hän immer no dr Wilhelm Tell!
»Das Alte stürzt, es ändert sich die Zeit,
Und neues Leben blüht aus den Ruinen.«
Esoo duets unsere Lehrer verzelle,
was (gmäss Schiller) dr Tell het welle:
Nämmlig, dass me mit Heldemuet
unsery Freihait rette duet.
und dass es sich kennty loohne,
wenn e Heldehärz wurd in ys woohne.
Drum „Lass uns sein ein einzig Volk von Brüder'“
(dr Schiller isch halt no e weenyg prüder
und nimmt drum d Schweschtere nid au no mit
und alles was es sunscht no gendryg git)
„und lass uns uns mit dem Wams vermummen
und schau`n, wo der Gessler sicht treibt ummen!“
„.. und lass uns herunter vom Güllewaage
dem Gessler einen Pfeil in Ranze jaage!“
Eidgenossyn und -genoss,
Du mainsch das mit däm „Tells Geschoss“
syygy nur Vergangehait,
wo me im Gschichtsbuech ummetrait?
Mach d Auge uff! Dues ändlig tschegge:
Dr Gessler isch an allne Egge!
Hüt schteggt me kai Huet me uff e hoochy Schtange,
sondern duet hoochy Zöll verlange
und looht soo d Schwizer, die Nätte-Guete,
exportmäässyg lo verbluete.
S isch nümm „Zwing Uri“ dr greeschty Gruus:
Hit haisst s Findbild *wysses Huus“!
Was uns aber no meeh duet schteere:
Es sin nid numme die fremde Heere,
wo uns Schwizer wänn fremdbeschtimme:
Au intärn schtimmts nimme – und das isch s Schlimme!
Nimm zem Byschpyl en Ort „vor Basels Tore“:
Do het dr Vogt vo Blätzbums e Schwur druff gschwoore,
wie me de Pändler s Gäld kha mugge
und d Autofahrer unterdrugge!
Muesch fuffzäh Mynute im Dorf drin blyybe!
Bisch schnäller? Muesch e Labbe ryybe!
Aber achtung Birsfälder – mr verschtehn kai Gschpass:
Au z Basel gits e hohly Gass! --- (an der hohlen Gasse)
Au andery Vögt hänge, nunde Fahne,
am Gäldhahne vo de Untertane:
Sy haisse Sympany oder Concordia.
Und ainy nennt sich ketzerysch „Helvetia“...
Die klaue dir s Gäld, bevor des hesch gseh
und au ohny Grangget duets Ligge weh.
Do kennts als Waggis-Tell no loohne,
aifach by de Waggis uss go z woohne.
E wyttere Vogt trybts ganz schwär 'bunt'
(mr saage doo nid wohär är kunnt!)
„Gib Gäld aahne, Maan, und zwar s Ganze.
Sunscht bekomme du vo mir uffe Ranze!“
Ych han em s gäh! Bi jo nid veruggt!
Drfür han em sy tiuunte e-Roller gmuggt.
...und soo han y dört „in finst'rer Nacht“
als e Sohn vom Tell e Schnäppli gmacht!
En andere Vogt het ys entsetzt:
Es isch unser Gsetz, won ys Gränze setzt.
Es het nämmlig unsry Yyshockey-Nazi
klaydermässyg überhaupt kai Spazi:
Kai Schwyzerkrüz uff dr Heldebruscht.
Nur Jammergsang, Trääne, riise Fruscht.
Mr hän drum vergässe dr Aatraag z schtelle,
wo mr als Telle-Söhn uff s Yys hän welle.
Aber mir hän Verschtand im Vatterland
und bschtelles drum aifach bym Temu-Versand.
En andere Gessler – es glaubts e kein
Läbt in synere Burg am Bluemerain.
Vogt Comitéus isch sy Naame
und dä sorgt für vyyly Draame:
So duet är sich lo vernääh,
es sell Waage-freiy Zyschtyg gäh.
Das – so het är iberlait -
gäb sym Volgg meeh Sicherhait.
Und als Bewyys vo syne Zwäng,
verbietet är no dr Rädebäng.
Wenn är uns esoo het schelle welle,
macht är d Rächnyg ohny Telle:
Mir wärde drum zum Uffschtands-Hit
und faahren aifach am Ändschtraich mit!
Merggsch es Bebby? Mr dien nimm schlugge!
Mr leehn ys nimm loo unterdrugge!
Sondern ziehn als e Telle-Garde,
bewaffnet mit Witz und Helebarde,
mit Räpplikanoone und Wurfgeschossuff em Waage (und ohny Ross)
und mit Orange- und mit Dääfy-Mampf
syygessicher in Uffschtands-Kampf.
Mr revoltiere wie all die Manne
vo Mollis, Prattle und Guettanne,
in heisse Hoose ganz us Zwilch
und kämpfe geege jeede Knilch.
Drum heben wir die Hand zum Schwure
und hauen denen eins uff d Schnuure,
die ihre blöden Ideen kochen
und uns damit nummen unterjochen!
Dass unsre Kampf au rächt duet nütze,
kasch Du uns doodrby unterschtütze:
Hilf ys by däm Helde-Gscheeh
mit Armbruscht und mit Portmenee.
Tritt als Passyve yy in d Güllis-Härde,
denn kha d Ärde wider besser wärde!