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Fasnacht 2012
Die Basler Fasnacht ist die grösste Fasnacht der Schweiz. Sie beginnt am Montag nach Aschermittwoch
um 4.00 Uhr mit dem Morgestraich. Sie dauert exakt 72 Stunden und endet am Donnerstagmorgen um
4.00 Uhr mit dem Endstraich. In dieser Zeit wird die Basler Innenstadt von den Fasnächtlern beherrscht, die
in ihren Cliquen durch die Strassen, Kneipen und Geschäfte ziehen. Von Aktiven wird die Basler Fasnacht
auch als „die drey scheenschte Dääg“ (die drei schönsten Tage) bezeichnet.
Die Basler Fasnacht, im Folgenden kurz einfach nur Fasnacht genannt, unterscheidet sich stark vom
rheinischen „jecken“ Karneval. Dafür sorgt schon die strikte Trennung zwischen Aktiven und Zuschauern.
Jeder der ca. 18.000 aktiven Fasnachtler trägt ein Kostüm mit einer „Larve“ (Maske). Darunter werden das
Gesicht und der gesamte Körper verdeckt, der Träger des Kostüms ist nicht zu erkennen. Es gehört zum
guten Ton, dass ein Fasnachtler sich nicht in der Öffentlichkeit erkennen lässt. Die Cliquen tragen, ausser
beim Morgestraich und am Fasnachts-Dienstag, einheitliche Kostüme, die meist dem „Sujet“ (Thema) der
Clique angepasst sind. Bei den Kostümen kennt die Fantasie keine Grenzen. Oft sind die Masken
Personen des öffentlichen Lebens (Politikern und anderen Prominenten) nachempfunden, manchmal auch
Comic-Figuren oder Tieren.
Es gibt aber auch traditionelle Larven, die an die französische Armee der Napoleonischen Kriege erinnern,
Harlekine oder die vor allem bei Einzelpersonen und Wagencliquen beliebten Waggis-Masken. Am
auffälligsten sind die Pfeifer- und Tambouren-Cliquen. Diese spielen bei ihrem Gang durch die Innenstadt
Märsche, ihre Piccoloflöten werden vom Rhythmus ihrer Basler Trommeln begleitet. Die Basler Innenstadt
wird somit in diesen drei Tagen zum Platz des grössten Pfeiferkonzerts der Welt. Eine Clique besteht meist
aus einem Vortrab (Platzmacher), den Pfeifern, dem Tambourmajor und den Tambouren (Trommlern). Die
Cliquen folgen dabei keinen bestimmten Routen (ausser am Cortège). Es kommt dabei immer mal vor,
dass sich der Weg mehrerer Cliquen kreuzt. In dem Fall bleibt eine Clique einfach stehen und wartet, bis
die andere passiert hat. Steht man als Zuschauer einer Clique im Weg, wird man vom Vortrab freundlich
beiseite geschoben. Neben den pfeifenden Cliquen nehmen Guggenmusik-Gruppen mit
Blechblasinstrumenten an der Fasnacht teil.
Diese sind allerdings nicht beim Morgestraich anzutreffen, sondern nur bei den Cortèges am Montag und
Mittwoch und an den Abenden, insbesondere am Dienstagabend bei den Gugge-Konzerten. Weiterhin
ziehen viele Einzelpersonen und kleine Gruppen durch die Strassen. Sie werden als „Schyssdräggziigli“
bezeichnet und bewerfen beispielsweise als Waggis kostümiert „ahnungslose“ Zuschauer mit Konfetti
beziehungsweise stopfen es diesen auch mal in die Jacke. Die meisten Cliquen haben sich für die
Fasnacht ein sogenanntes Sujet (französisch für „Thema“) vorgenommen, das während der Fasnacht
präsentiert wird. Es handelt sich dabei um Themen der Zeitgeschichte, an denen in meist satirischer Form
Kritik geübt wird. Die Sujets werden beim Morgestraich auf Laternen dargestellt.